DER FEUERWELT-RATGEBER

Oft gestellte Fragen und Tipps vom Profi!

Nachfolgend haben wir Ihnen ein paar interessante Informationen zusammengetragen. Nützliche Tipps zu Pflege und Wartung Ihres Kaminofens sowie eine kleine Anleitung zum richtigen Heizen mit einer Festbrennstoff-Feuerstätte, damit Sie dauerhaft viel Spaß mit Ihrem Kamin haben! Zudem wollen wir Ihnen ein paar Faustregeln mit auf den Weg geben, wie Sie am besten das Raumheizvermögen Ihres Ofens berechnen können.

Wie funktioniert ein Kaminofen?

  • Holz verbrennt zu 80 % als Gas, so gesehen ist Holz eigentlich ein „gasförmiger“ Brennstoff.
  • Chemisch betrachtet, ist die Holzverbrennung ein radikaler Vorgang, der nur schwer zu beeinflussen ist.
  • Bei der Verbrennungsluft unterscheidet man Primär- und Sekundärluft.
  • Die Primärluft wird unmittelbar dem Verbrennungsort zugeführt.
  • Aber 80 % des Holzes verbrennen oberhalb des sichtbaren Brennstoffes.
  • Die hier zugeführte Luft ist die Sekundärluft.
  • Das Holz verbrennt in 3 Phasen:
    • Trocknungsphase
    • Entgasungsphase
    • Oxidationsphase
  • Holz, dass mindestens 2 Jahre getrocknet wurde, hat den doppelten Heizwert wie frisch geschlagenes Holz aus dem Wald.

Vorbereitung der Feuerstätte

  • Voraussetzung ist, dass Ihr Kaminofen fachgerecht installiert wurde und die Eignung Ihres Schornsteins, die Brandschutzmaßnahmen (Sicherheitsabstände) und die Verbrennungsluftversorgung vom zuständigen Schornsteinfegermeister positiv bewertet und abgenommen wurde.
  • Die Verbindungsleitung sollte möglichst direkt steigend zum Schornstein geführt werden und sofern vorhanden die Drosselklappe vollständig geöffnet sein.
  • Entfernen Sie alle Verpackungsaufkleber am Gerät und entnehmen Sie alle dem Ofen beigefügten Schriften und Bedienhilfen und Zubehör (z. B. Anleitung, Handschuh).
  • Lesen Sie die beigefügten Anleitungen genau durch und befolgen Sie die vom Hersteller und Kaminbauer angegebenen Richtlinien.
  • Beim ersten Anheizen öffnen Sie bitte alle Fenster im Aufstellraum, da der Einbrennlack sowie produktionsbedingte Schmiermittelrückstände zu Rauch-und Geruchsbelästigungen führen können.
  • Verwenden Sie nur trockenes Holz mit einer maximalen Restfeuchte von 20 % – am besten eignen sich Buche und Birke.

Heizen mit Holz

  • Primär- und Sekundärluft komplett öffnen! (Achten Sie auch darauf, dass die möglicherweise in Ihrem Verbindungsstück eingebaute Drosselklappe ganz geöffnet ist).
  • Zwei bis drei Anzündwürfel auf den Rost legen und ca. 30-60 Sekunden brennen lassen. Anschließend Reisig oder kleine Holzstücke auflegen.
  • Entzünden Sie die Würfel und lehnen Sie die Feuertür zunächst nur an (nicht ganz schließen), damit die Rauchgase zu Beginn nicht an der Sichtscheibe kondensieren können. So vermeiden Sie, dass die Glasscheibe beschlägt.
  • Öffnen Sie beim Nachlegen von Brennstoff die relativ große Panoramatür vorsichtig, damit das Eindringen von Rauchgasen in den Wohnraum durch Sog-Wirkung vermieden wird.
  • Legen Sie maximal soviel Brennstoff auf, wie in der Bedienungsanleitung angegeben wird.
  • Hat Ihr Ofen seine Betriebstemperatur erreicht, schließen Sie die Primärluft stufenweise nur so weit, dass Sie noch „lebhafte Flammen“ sehen.
  • Wir empfehlen, die Sekundärluft ganz geöffnet zu lassen, damit möglichst viel „Scheibenspülluft“ ein Beschlagen der Sichtscheibe verhindert.
  • Regeln Sie möglichst Ihren Wärmebedarf über die Aufgabemenge des Brennstoffs.
  • Eine zu starke Drosselung ist zu vermeiden, da sie zu unnötiger Umweltbelastung sowie zu starker Verschmutzung des Feuerraums, der Sichtscheibe und der Rauchgaszüge führt.

Verschmutzte Glasscheiben

Ein häufiges Problem bei Kaminöfen und Kaminen mit Glastüren sind ein Verschmutzen der Scheibe. Erste Regel: Legen Sie das Brennholz ganz nach hinten an die Rückwand. Legen Sie die Holzscheite immer quer in den Ofen, keinesfalls mit der Stirnseite zur Scheibe (an den Stirnseiten tritt das meiste Holzgas aus!). Verwenden Sie ausschließlich trockenes unbehandeltes Holz (keinen Holzabfall).
Gut konstruierte Feuerstätten mit sogenannter „Scheibenspülung“ verhindern die Schwärzung der Scheiben durch geschickt vorgeheizte Verbrennungsluft, die innen an der Scheibe entlanggeführt wird (Sekundärluft). Dieses System funktioniert aber nur, wenn gleichzeitig die Primärluft (Luftführung durch den Brennrost bis unter die Flamme) weit gedrosselt oder geschlossen wird.
Die Primärluft ist nur während der Anheizphase geöffnet. Manchmal nützen aber selbst diese Tipps nichts:

Dann ist Ihr Ofen entweder undicht („Falschluft" pfeift unkontrolliert durch Türen und Ascheschublade in den Brennraum) oder ist konstruktiv nicht mit einer funktionsfähigen „Scheibenspülung" ausgerüstet: Sekundärluftschieber im Bereich des Scheibenrahmens lassen lediglich kalte Luftschleier zur Scheibe gelangen und halten die Scheibe meist nur teilweise durchsichtig. Es gibt auch Öfen, an denen die Sekundärluft gar nicht geregelt werden kann. Hier hilft nur eine Drosselklappe im Abgasrohr, die bei zu starkem Schornsteinzug etwas geschlossen werden kann, um ein unkontrolliertes Abbrennen des Brennstoffes zu verhindern.
Einige Ofen-Typen verfügen nicht über eine Sekundärluftregelung. Diese Öfen sind für die Verbrennung von Holz nur sehr schlecht geeignet (eher für Brikett und Steinkohle) und werden in der Regel auch nicht mit einer Glastür ausgestattet.

Raumheizvermögen von Holzöfen

Die Angabe des Raumheizvermögens soll dem Verbraucher eine Entscheidungshilfe für die Auswahl der Leistungsgröße seines Kaminofens geben. Kaminöfen sollten für den jeweiligen Aufstellraum nicht überdimensioniert ausgewählt werden. Überdimensionierte Geräte müssen meist ununterbrochen gedrosselt werden und können dadurch nicht optimal brennen. Folge ist, dass die Sichtscheibe verschmutzt und alle rauchgasführenden Teile durch kondensierende Rauchgase verteeren können.

Das Raumheizvermögen von Kaminöfen wird entsprechend DIN 18893 in 3 verschiedenen Größen angegeben. Diese Angaben richten sich im Wesentlichen nach der Beschaffenheit des Wohnraums, in dem der Kaminofen aufgestellt werden soll.

1. Günstigste Heizbedingungen ergeben Räume, die nach Süden gerichtet sind und lediglich eine Außenwand haben.
2. Weniger günstige Heizbedingungen ergeben Räume mit nur einer Außenwand, aber unbeheizten angrenzenden Räumen.
3. Ungünstige Heizbedingungen ergeben Räume mit mehreren Außenwänden und Nordlage.

Faustregel ist etwa, dass Sie pro kW Nennwärmeleistung mindestens 15 - 20 m3 Wohnraum beheizen können. Selbstverständlich spielt auch die vorhandene Dämmsituation des Gebäudes eine nicht unerhebliche Rolle.

Brennholz verbrennt nur unvollständig

Nachdem das Feuer erloschen ist, befinden sich noch unverbrannte Holzstücke im Feuerraum. Hierfür kann es zwei Ursachen geben:

Meistens war das Brennholz nicht komplett durchgetrocknet, als es ins Feuer geworfen wurde. Es verbrennt dann nur der Teil, der direkt im Glutbett gelegen ist. Der Rest erlischt, sobald kein entsprechendes Glutbett mehr vorhanden ist (siehe auch Holzlagerung).

Eine weitere Ursache kann entweder die Konstruktion der Feuerstätte oder auch eine Fehlbedienung sein: Holz sollte bei der Verbrennung möglichst keine Luft mehr von unten (über den Rost) bekommen. 

Die Holzstücke werden ansonsten, sobald sie direkt über dem Rost liegen, regelrecht weggebrannt. Die Enden bleiben nachher unverbrannt zurück. Optimal ist die Verbrennung von Holz in einem Glutbett (wie beim Lagerfeuer). Die Verbrennungsluft kommt dann von oben und von den Seiten. Zum Anheizen muss man Luft von unten zugeben (Primärluft), damit das Holz zu Beginn anbrennt. Danach sollte man die untere Luftzuführung schließen und nur noch mit der Sekundärluft (Luft von oben) steuern. Bei guten Kaminöfen bleibt dann auch die Sichtscheibe sauber.

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